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Wirksamste Führung durch die Integration der guten inneren Eltern

Um wirksam und erfolgreich zu führen - egal ob im Beruf, als Eltern, in der Partnerschaft oder in Freundschaften - braucht es die Fähigkeit, sich selbst achtsam und diszipliniert führen zu können. Um das zu erreichen, ist es nötig, die in der Kindheit entstandenen Vater- und Mutterbilder auszusöhnen und unsere liebevollen inneren Eltern in unsere Seele zu integrieren.

Führung aus seelischer Sicht

Zum Thema Führung wähle ich in diesem Blogartikel den Zugang einer seelischen Betrachtungsweise.

 

Es gibt so viele Informationen zu dem Thema, die üblicher Weise aber unseren Intellekt und den verstandesmäßigen Zugang bedient. Selten aber gibt es einen Zugang, der die Seelenebene mit einbezieht.  Mit Seelenebene meine ich unsere Gefühle und unsere Fähigkeiten, die hinter die materielle Welt schauen, hören und fühlen können. Ich meine damit die Fähigkeiten der geistigen Welt wie Intuition, Inspiration, herzoffenes Mitgefühl oder gesunde Liebe und daher gute Führung.

 

Nachfolgend findest du in Stichworten dargestellt, wie gesunde Führung im Unternehmen aussehen kann:

  • Der Chef/die Chefin schätzt seine Mitarbeiter und kümmert sich um sie wie ein väterlicher Freund (hier sind die beschützenden, bestärkenden, fordernden und fördernden männlichen Seiten in Führungskräften – Frauen wie Männern - angesprochen)
  • Der Chef sieht seine Mitarbeiter als das wertvollste Kapital im Unternehmen, mit dem entsprechend umzugehen ist.
  • Er weiß um ihre Stärken und Schwächen und fördert das Positive.
  • Er kritisiert selten oder nie (Kritik demotiviert), sondern zeigt, wie es bessergeht.
  • Er bemüht sich um eine angstfeie Atmosphäre und schätzt die Leistung.
  • Er ist nicht an Selbstdarstellung interessiert, sondern an positiven Teamleistungen.
  • Er besitzt natürliche Autorität, da er vertrauenswürdig, verlässlich, aufrichtig und unbestechlich ist.
  • Es geht ihm immer um die Sache, die dem Ganzen dient und nicht um persönliches Prestige.
  • Er ist nicht verbissen, sondern offen für Neues und Kreatives.
  • Er ist gelassen und kann auch Kritik an seiner Person als bereichernd schätzen.
  • Er liebt seine Aufgabe und seine Mitarbeiter (auch die Schwierigen).
  • Er hat noch andere Interessen als seine Arbeit, er hat Hobbies.
  • Er ist an persönlicher Reifung und Weiterentwicklung interessiert.
  • Er hat ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl, auch für die Natur und die vorhandenen Ressourcen.

Kurz zusammengefasst ist dieser Chef/diese Chefin fähig, aus einem gesunden Selbstwert wertschätzend und im Sinne der Aufgabe mit seinen Mitarbeitern umzugehen.

 

Um diese Fähigkeiten zu erreichen, ist es notwendig, unsere unbewussten, alten Verletzungen zu heilen. Ohne diese Heilung auf Seelenebene füttern wir weiterhin unseren Ego-Verstand mit Wissen und bleiben unverbundene, verletzte „Erwachsene Kinder“, die ihre Autorität missbrauchen, um sich auf Kosten der Mitarbeiter besser zu fühlen.

 

Gute Führung benötigt ein starkes, stabiles Selbstwertgefühl

Wirksam und gesund zu führen – egal ob als Eltern, in der Partnerschaft, in unseren Freundschaften, in der Familie oder im Beruf - ist uns nur möglich, wenn wir einen stabilen, starken und gesunden Selbstwert aufgebaut haben.

 

„Erwachsene Kinder“ aus dysfunktionaler Familie haben aber gerade damit große Probleme, weil ihre tiefen und meist unbewussten Kindheitsverletzungen auch im Erwachsenenleben und in der Führungsaufgabe verursachen, dass sie sich wertlos fühlen. Ein äußerst unangenehmer, bedrohlicher und beängstigender Zustand, besonders als Führungsverantwortliche, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

 

Ihr fragiler Selbstwert, der aus einem falschen Selbst gespeist wird, ist äußerst anfällig für Situationen im Außen wie Ansehen, Prestige, Status, Einkommen, Einfluss, Ergebnisse oder Konflikte mit den Menschen im beruflichen Umfeld.

 

In meinem Berufsleben ist der Tag gekommen, an dem mein fragiler Selbstwert, der davon abhängig war, genug zu verdienen, eine einflussreiche Position zu haben und angesehen zu sein, zerbrochen ist, weil ich meinen Job völlig unvorbereitet auf für mich erniedrigende Weise verloren habe.  Ein anderer hat seine Macht auf mich ausgeübt und mir den Teil meines Seins, der meine falschen Existenz betraf, die ich zu brauchen glaubte, genommen. Ein brutaler Verlust und eine tiefe Erschütterung für mein Ego. Aber auch ein Herzensbruch und eine traumatisierende Verletzung für mein aufrichtig liebevolles Wollen als Führungsverantwortliche.

 

Glücklich hatte ich andere Lebensbereiche, wie tragende Beziehungen zu Freunden, zu meinem Partner und zu Gott (wie ich ihn verstehe), einen klaren spirituellen Weg, stabile Werte, die mein Leben bestimmen, Träume, die weit über den beruflichen Status Quo hinausgingen und eine Lebensvision, die mich auch in dieser Zeit der seelischen und körperlichen Erschütterung und Überforderung nie verlassen haben.  Diese Lebensbereiche, die aus meinem wahren, gesunden Selbst gespeist waren, haben mir ermöglicht, den Schicksalsschlag, der meinem Ego so schrecklich erschien, zu verdauen, meine Lektionen zu lernen und heute dankbar zu sein, dass ich dieses „Geschenk“ erhalten habe.

 

Heute bin ich eine ganz andere. Heute bedeutet meine Arbeit etwas anderes – sie ist meine Berufung, die ich mit tiefer Dankbarkeit erfülle. Heute bedeuten materielle Werte und gesellschaftliches Ansehen etwas anderes – ich habe so viel oder so wenig davon, wie ich im Hier und Jetzt brauche Heute bedeuten meine Kunden für mich etwas anderes – sie sind die Menschen, denen ich zu Dienste sein kann auf ihrem Weg zu einem verbundenen, friedvollen, freudigen, erfüllten Leben aus ihrem wahren Selbst.

 

Die Integration der guten inneren Eltern

Entscheidend für das Gelingen unseres Lebens und für die Erfüllung unserer Führungsaufgabe ist, dass wir unsere inneren, destruktiven Bilder über Führung geheilt haben.

 

"Gute Führung braucht eine gute innere Führung."

 

Wir müssen uns selbst achtsam, diszipliniert, ehrlich und liebevoll führen können. Dazu ist es erforderlich, dass wir die inneren Bilder unserer Eltern heilen und die Verletzungen verstehen, die wir als Kinder durch unsere realen Eltern erfahren haben.  Es ist also unabdingbar, dass wir reife Erwachsene werden, die gelernt haben, sich selbst liebevolle Eltern zu sein.

 

Dann können wir uns als „GUTE MUTTER“ trösten, lieben und gut für uns sorgen. Wir können uns vertrauen und uns versichern, dass wir wertvoll, einzigartig und besonders sind. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, weil wir geborgen sind.  Wir können nein sagen zu allem, was uns schadet und können unsere selbstbeschränkenden und selbstzerstörerischen Verhaltensweisen aufgeben, weil wir gelernt haben, uns selbst wertzuschätzen und zu lieben.

 

Dann können wir als „GUTER VATER“ sicher unseren Weg gehen, weil wir uns vertrauen. Wir können Grenzen setzen und sie durchsetzen. Wir können uns selbst wiederaufrichten, wenn wir gefallen sind. Wir können uns unseren Wert, unsere Besonderheit bestätigen und sind stolz auf uns. Wir haben eine klare Vision über unser Leben und können danach handeln.

 

In dem Moment, wo wir wirklich die ELTERNFUNKTION für uns übernommen haben, übernehmen wir die volle Verantwortung für uns selbst und wir brauchen keine Schuldigen mehr im Außen. Ab diesem Moment können wir in Frieden sein und unsere Aufgabe und Führungsaufgabe zum Nutzen anderer wirksam erfüllen.

 


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